Im März 2017 beauftragte uns das Augustinerkloster Erfurt eine gedruckte Farbkopie des Augustinus Schluss Steins anzufertigen. Diese dient als Vertreterobjekt während das Original an andere Sammlungen ausgeliehen wurde.

 

 

Ein besonderer Gewölbe Schluss-Stein

Das Erfurter Kloster wurde ab 1277 vom Orden der Augustiner Eremiten errichtet. Zwischen 1505 und 1511 gehörte Martin Luther dem Kloster an und erhielt dort 1507 seine Priesterweihe. Auch seine erste Messe las Luther im Erfurter Augustinerkloster.

 

Besonders bedeutend für das Kloster wurde, die von Heinrich von Friemar, gegründete Schule. Zu Ihr gehörte auch eine Klosterbibliothek die 1516 fertiggestellt wurde. Der hier vorgestellte Schluss Stein trug eines der Gewölbe in der Bibliothek, bis diese 1945 in einem Luftangriff zerstört wurde.

 

Seit der Sanierung der Klosteranlagen ist dieser Teil der Ausstellung des Klosters und kann besichtigt werden.

 

 

 

Der 50 cm durchmessende und 25 cm hohe Stein zeigt auf seiner Schauseite den heiligen Augustinus von Hippo, gut erkennbar am, von einem Pfeil durchbohrten, brennenden Herzen im Vordergrund. Der 354 im heutigen Algerien geborene Augustinus, gilt als einer der frühen Kirchenväter und prägte mit seinen theologischen Schriften ( „de libero arbitrio“, „de trinitate“ und „de doctrina christiana“) die christliche Lehre. Das flammende Herz ist ein Symbol „brennender Gottesliebe“ und dient als Unterscheidungsmerkmal vom Hl. Ambrosius von Mailand, in Darstellungen.

 

 

Ein Ausstellungsstück wird digitalisiert

 

Als Grundlage des späteren 3D Druckes wurde ein hochaufgelöstes Modell benötigt. Dieses wurde direkt im Kloster mithilfe eines SLS Scanners(Artec Eva-M) erfasst. In den Räumen steht der Schluss-Stein gut zugänglich und wird von einer Glasplatte geschützt. Für den Scan wurde diese kurzzeitig entfernt. Der Scan selbst benötigte keinerlei Umbaumaßnahmen und wurde innerhalb von 25 min berührungslos durchgeführt.

 

 

 

Die weitere Aufarbeitung der Scandaten erfolgte in Hannover. Dabei wurde aus den etwa 4 GB Rohdaten ein wasserdichtes, freigestelltes Modell erstellt und texturiert.

 

 

 

 

Für einen Vollfarbigen Ausdruck des gescannten Objektes wird ein relativ Kostenintensives Gipspulver sowie Spezielle Druckerfarben benötigt. Diese würden in einem 1:1 Ausdruck einen erheblichen Kostenfaktor darstellen. Um die Kosten geringer zu halten wurde aus dem digitalen Modell eine etwa 4 cm hohe Scheibe abgetrennt. So Konnte die komplette Schauseite repliziert werden ohne exorbitante Materialmengen zu benötigen.

 

 

vom 3D Modell zur Replik

 

 

Der Ausdruck selbst wurde auf einem Vollfarbdrucker Polymergipsdrucker ausgeführt. Dieser färbt schon während des Druckvorganges die Außenbereiche jeder einzelnen Schicht ein. So entsteht eine saubere farbige Oberfläche. Da das Objekt während des Druckes in einem Gipsbett liegt werden keinerlei Stützstrukturen benötigt.

 

 

 

Nach dem erfolgten Druck wird der Rohling von losem Gipspulver befreit und mit einem Epoxidkleber gehärtet. Da der Stein mit einem Durchmesser von 50 cm zu Groß für einen Ausdruck in einem Schritt war, musste das digitale Modell in 4 kleinere Teile zerlegt werden. Nach dem erfolgreichen Härten mit Epoxidharz wurden diese Stücke zur fertigen Replik zusammengesetzt und verklebt.

 

 

 

 

Nach dem Abschluss der Arbeiten an der 3D gedruckten Replik wurde diese von Hannover aus direkt nach Erfurt versandt.

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