Anfang dieses Jahres durften wir einen Vortrag im Kestner Museum, über die Möglichkeiten von 3D Scans im musealen Umfeld halten. Für diesen stellte uns das Museum freundlicherweise einige Objekte zur Verfügung um unsere Techniken direkt an Original verfügbaren Stücken vorzustellen.

Im Fokus standen Möglichkeiten zur Erfassung, Präsentation und Vervielfältigung empfindlicher Objekte durch kontaktlose Prozesse.  In diesem Beitrag möchten wir eines dieser Objekte vorstellen.

 

Eine Göttin in sanften Farben

Die kleine Statue ist leider nur noch als bemaltes Fragment des Oberkörpers und Kopfes erhalten. Dargestellt ist die Göttin mit einem Nilpferdkopf unter einer die Schultern herunterfallenden Kopfbedeckung. Die Schultern und Arme sind schön ausgeformt, wobei die Hände selbst fehlen.

 

Objekterfassung

Digitalisert wurde das Statuenfragment mithilfe mehrer Einzelfotos die danach in einer Fotogrammetriesoftware in ein wasserdichtes 3D Modell umgewandelt wurden. Dieses Vorgehen vermeidet Gefahren für die Oberfläche empfindlicher Objekte die sonst nur durch Abgüße oder Abdrücke reproduziert werden können.

Innerhalb weniger Minuten konnten alle erforderlichen Bilder direkt vor Ort aufgenommen werden. Die Verarbeitung der Daten hingegen erfolgte in unserer Manufaktur. Zuerst wurden die Bilder im Raumorientiert und dadurch die Kamerapositionen zum Aufnahmezeitpunkt berechnet. In diesem Zuge entsteht eine erste dünne Punktwolke. Diese wird in einem zweiten Schritt mittels weiterer Punkte ergänzt und eine dichte Punktwolke entsteht. Im Fall dieses Objektes enthält die dichte Punktwolke bereits mehr als 3 500 000 Einzelpunkte und wirkt auf den ersten Blick wie ein fertiges Modell. Zur Weiterverwendung des Scans wird dieser in ein Wasserdichtes Polygonmodell konvertiert. An diesem lassen sich vor allem feinste Oberflächen Details sichtbar machen ohne iritation durch die Bemalung. Im letzten Arbeitsschritt wird über das Polygonnetz eine Textur gezogen. Diese besteht aus einem Mosaik der zur Bildaufnahme verwendeten Bilder die mithilfe von Farbkorrektur Algorithmen ein nahtloses hochrealistisches Modell ergeben.

 

Vorteile 3D erfasster Funde

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern ist auch in der Ägyptologie ein sehr wichtiger Teil der Forschung. Leider sind Funde meist über den gesamten Erdball verstreut. Sie befinden sich in verschiedensten Sammlungen, Museen oder Archiven. Untersuchungen sind so meist Arbeits- und Zeitaufwendig und entweder mit intensiven Reisen verbunden oder können überhaupt nicht am Original stattfinden. Gescannte Objekte bieten hier den Vorteil das sie leicht elektronisch versendet werden können und digital beliebig vervielfältigbar sind.

 

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